Der Gesundheitsfonds macht krank

von Hp Wilfried Pieper


Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 02/2009

Nun haben wir ihn!
Ab 01.01.2009 gibt es ihn, den Gesundheitsfonds. Die starken Damen unserer Regierung Frau Dr. Merkel und Frau Schmidt haben ihn uns Bürgern freundlicherweise, aber wahrscheinlich absichtslos verschafft. Sicherlich haben sie das Beste gewollt, aber da CDU und SPD grundsätzlich unterschiedliche Vorstellungen von der Finanzierung des Gesund- heitswesens hatten, haben die Damen hier einen Kompromiß verkuddelmuddelt, von dem man heute schon weiß, daß er nicht funktionieren kann. Mit dem Erlaß neuer Gesetze hat diese Koalitionsregierung ohnehin ihre Probleme. Nur zu oft muß das Bundesverfassungsgericht regulierend eingreifen!
Was bewirkt nun der Fonds?
Zunächst fließen alle Beitragsgelder und Arbeitgeberanteile in den Fonds. Auch noch Steuergelder, um die Fehlsumme zum errechneten Etat auszu- gleichen. Reicht das Geld dann immer noch nicht, darf die jeweilige GKV eine zusätzliche Prämie erheben. Für alle Versicherten wurde der Tarif auf eine Einheitsprämie von 15,5 % angehoben. Das bedeutet, daß alle VN, die bisher eine günstige KV hatten, mit einer Mehrbelastung bestraft werden, die ihnen jedoch keine Mehrleistung garantiert. Wenn nun Frau Merkel und Frau Schmidt von Wettbewerb unter den Kassen reden, weiß ich nicht, was sie meinen, denn den haben sie gerade eliminiert. Vielmehr haben sie eine Gleichmacherei betrieben, die man auch boshaft als "DDR-light" bezeichnen könnte. Aus diesem Fonds sollen nun alle GKV für ihre Mitglieder den gleichen Betrag bekommen. Es sei denn, man weist chronisch kranke Patienten nach. Dann gibt es einen beträchtlichen zusätzlichen Obulus. Und damit hat sich diese Regierung wie üblich ein neues Problem geschaffen. Die Mitarbeiter der GKV schwärmen aus, besuchen die Ärzte und fahnden nach chronisch kranken Patienten. Jeder Arzt mit Geschäftssinn erkennt sofort, daß man - wenn es sich lohnt - aus einem normalen Patienten per Computer-Klick einen chronisch Kranken machen kann. Also trägt der Fonds ungewollt zur Erhaltung der Krankheit bei. Das Wort "Heilung" ist nunmehr bei den Kassen unerwünscht, weil es den Etat schmälert. Dies ist eine ganz bedenkliche Entwicklung. Nicht nur, weil wir bald ein Volk von Kranken sind, sondern auch weil die Summe im Fonds bei diesen Zusatzleistungen nicht reichen wird und der Steuerzahler erneut zur Kasse gebeten wird.
Als ich so über diese Misere nachdachte, fiel mir eine Anekdote ein, die zu diesem Dilemma passen könnte:
"Als die englische Kolonialmacht Indien verwaltete, konnte sie der Schlangen- plage nicht Herr werden. Deshalb kam sie auf den Gedanken, den Ein- heimischen für jede getötete Schlange eine hübsche Rupien-Prämie zu zahlen. Was machten die Inder ? Sie züchteten Schlangen. Als die Engländer dahinter kamen, strichen sie die Prämie, worauf die Inder ihre Zuchtschlangen kriechen ließen. Es gab nun weitmehr Schlangen als zuvor".
Man nennt dies heute noch den Kobra-Effekt.
Hoffen wir, daß er den Damen Dr. Merkel und Schmidt mit ihrem Fonds erspart bleibt.
Hoffen wir es vor allem für die Bürger, denn sie würden die Folgen treffen! .