Praxisgemeinschaft-Gemeinschaftspraxis

von RA Jens Traut

Nur ein Wortspiel ? Vielmehr gibt es erhebliche Unterschiede mit der Gefahr von Haftungsfallen. Bei einer Praxisgemeinschaft werden Räume, Geräte sowie Personal gemeischaftlich genutzt. Die eigentliche Tätigkeit übt jedoch jeder Heil- praktiker für sich allein aus. Jeder hat eigene Praxisführung, eigenen Patientenstamm, eigene Patientenkartei, eigene Abrechnung, eigenen Vergütungsanspruch. Die anderen Hps der Praxisgemeinschaft dürfen auf alles keinen Zugriff haben. Der Behandlungsvertrag besteht nur mit dem jeweiligen Heilpraktiker und nicht mit allen Hps. Somit haftet auch nur der Hp. Der die Vertragsbeziehung hat. Demgegenüber steht bei einer Gemeinschaftspraxis neben den zu- sammen genutzten Räumen, Geräten, Personal die gemeinsame Berufs- ausübung im Vordergrund. Es gibt somit gemeinsame Praxisführung, Patientenstamm, Patientenkartei, und der Praxis steht der Vergütungs- anspruch zu. Der Behandlungsvertrag besteht zwischen Patient und allen Hps. Somit haften auch alle Hps gesamtschuldnerisch. Dadurch besteht ein höheres Haftungsrisiko als bei einer Praxisgemeinschaft. Beim Erwerb von Praxisbeteiligungen besteht das Risiko der Haftungsfallen für Altschulden und drohenden Haftungsklagen, da der Eintretende in die Gemeinschaftspraxis dafür haftet. Dies lässt sich durch Frei- stellungsklauseln regulieren. Aufgrund der vielfachen Risiken sollte daher zur Absicherung immer anwaltlicher Rat, auch hinsichtlich von Gesellschaftsverträgen eingeholt werden. Vor jeder Neu- oder Umgründung sollte deshalb fachkundiger Rat eingeholt werden.

RA Jens Traut, Industriehof 3, A/Kreyenbrück, 26133 Oldenburg. Tel. (0441) 21 70 66 06, FAX (0441) 21 70 66 07 – kontakt@anwalt-traut-oldenburg.de.