Meine Meinung

von Hp Wilfried Pieper

Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 1/2008

Liebe Mitglieder, unsere Zeitung feiert ein Jubiläum: Sie erscheint im 10. Jahrgang !
Ich habe sie mit aus der Taufe gehoben, um endlich ein Sprachrohr zu finden, denn unsere ehrenwerten Spitzenfunktionäre haben mir jahrzehntelang einen Maulkorb umzuhängen versucht.
Heute möchte ich an meinen ersten Artikel in dieser Zeitung anknüpfen. Damals hatte ich Ihnen versprochen, Missstände im Berufs- Stand kritisch anzusprechen und mich für Verbesserungen einzusetzen. Dafür hatten wir auch 1993 unseren kleinen, aber berufspolitisch munteren Verband gegründet. Es fehlte uns nur zunächst ein Medium, um unsere Arbeit publik zu machen.

Was haben wir nun in den zurückliegenden Jahren erreicht ?
Insbesondere hatten wir uns dem Gutachterunwesen gewidmet und immer wieder veröffentlicht, welcher "Bösachter" mit gefälligen Pam- phleten die Behandler an der Basis diskreditiert und sie um Lohn ihrer Arbeit bringt. Ich muß hier nicht extra erwähnen, dass mit diesen Ungutachten die Autoren viel Geld verdient haben. Viel schlimmer war dagegen, dass es sich bei ihnen vorwiegend um von uns gewählte Funktionäre handelte. Einer war Vize-Präsident im FDH, einer im gleichen Verband Regionalfürst in Rheinland-Pfalz, ein anderer in der FDH-Verwaltung NRW oder wieder ein anderer Beirat im VDH. Nachdem wir am BGH ein Urteil erwirkt hatten, dass alle "Gutachter" Ihre Anschriften nennen und ihre Qualifikation nachweisen müssen, waren die anonymen "Bösachten" vom Tisch. Leider wird auch heute noch gefällig "gegutachtet", aber die Autoren sind sehr vorsichtig geworden und diffamieren ihre Kollegen nur noch selten unter der Gürtellinie. Aber durch unsere Öffentlichkeitsarbeit haben wir zumindest bewirkt, dass alle ihre Funktionärsposten verloren haben.

Schon in unserer ersten Ausgabe hatte ich behauptet, dass die zer- strittene Präsidenten-Runde der DDH nur Stillstand (=Rückgang !) produziert. Zwar hat sich diese Vereinigung dazu bekannt, dass sie alle Beschlüsse einstimmig fassen will, aber man darf doch fragen, wieweit der Spagat bei diesen Präsidenten sein kann, von denen doch jeder sein eigenes Süppchen kocht. So z.B. verhinderte der FDH-Präsident, dass seine ihm viel zu agile bayrische Regionalfürstin in den Gesund- heitsrat der bayrischen Staatsregierung kommt. Ebenso hält er es nicht für nötig, eine Umfrage des Gesundheitsministeriums zu beantworten. Fazit: Hps sind nicht interessiert!!

Ein anderer Präsident, der sich als "Lichtgestalt" vom VDH verabschiedet hat und nun zum Diamanten wurde, hat auf Kosten des Berufsstandes über Jahrzehnte nur private Geschäfte gemacht. Trotzdem sind für seinen Vize, der sich jetzt ohne demokratisches Votum zum neuen Präsidenten ernannt hat, die Schuhe seines Vorgängers viel zu groß. Vor allem verstrickt er sich in unnütze Prozesse gegen Mitglieder, wo von vornherein schon feststeht, dass er sie nicht gewinnen kann. Den ersten hat er bereits verloren. Uneinsichtig verschleudert er hier Verbandsvermögen.

Ebenso gern prozeßhanselt die Präsidentin der Union. Sie bringt damit schon eine RA-Sozietät in Lohn und Brot ! Akribisch sucht sie nach Wettbewerbsverstößen der Kollegenschaft und macht stets sofort eine Wettbewerbsklage anhängig. Verliert sie, wird natürlich auch aus der Verbandskasse bezahlt. Wenn diese Herrschaften ihre Mitglieder aus ihren Ver- bänden hinausklagen, ist der FH-Präsident, der ohnehin für die absolute Freiheit im Berufsstand ist, bemüht, seine Mitglieder um jeden Preis zu halten. Und sei es mit Drohungen, so z.B., dass man seine Zulassung verlieren könne, wenn man geht.

Nicht so sehr für die absolute Freiheit war nun der BDH-Präsident. Er möchte seine Mitglieder durch gezielte Weiterbildung qualifizieren und suchte als Sprachrohr nach einer Zeitung. Das gefiel nun den anderen Präsidenten ganz und gar nicht. Er wurde aus dem Elite-Club ausgeschlossen. Einstimmigkeit (lt. Vereinbarung) erzielte man dadurch, dass man ihn zu dieser Entscheidung gar nicht einlud. Ich nenne das "Demokratie á la Putin"!
Damit dürfte der Präsidenten-Spagat zerbrochen sein!
Zerbricht nun der DDH (Dachverband) auch durch Funktionärsintrigen wie seiner- zeit die Kooperation?
Wollen Sie, liebe Leser, dass diese Spielchen so weitergehen ? Eigentlich müsste diese Art der Berufspolitik jeder von uns infrage stellen - nicht nur ich allein ! Der dichte Funktionärsfilz ist zu einer Belastung für unseren Berufsstand geworden. Zukunft ist mit ihm nicht zu planen. Wirtschaftliche Sicherheit gibt es dann nur für die kleine Eliteschicht der Selbstversorger, die leider keine gläsernen Taschen haben und für die alle anderen brav und bereitwillig ihre Beiträge bezahlen.
Das darf so nicht weitergehen. Denn unser Image in der Öffentlichkeit sinkt, die Gesundheitspolitiker nehmen uns gar nicht wahr. Neben der Gefährdung unserer Existenz ist auch die Naturheilkunde der große Verlierer!

Weil dies nicht geschehen darf, werde ich immer wieder auf die Missstände im Berufsstand hinweisen. Außerdem möchte ich Sie aufrufen: Lassen Sie Ihre Praxis zertifizieren nach Iso 9001. Damit erbringen Sie einen Qualitätsnachweis, der Ihre Existenz zukunftssicher macht und Ihnen Unabhängigkeit bringt. Beachten Sie bitte nebenstehenden Artikel. Wenn schon unsere Spitzen- funktionäre in der Führung versagen, muß halt jeder von uns für sich selbst sorgen und sehen, wie er den Bestand seiner Praxis sichert. Die Zertifizierung, die Sie mit uns durchführen können, ist dafür der richtige Weg. Unter o.g. Telefon-Nummer beraten wir Sie gern.