Meine Meinung

von Hp Wilfried Pieper

Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 01/2010

Beim Lesen in den Medien – Zeitungen und Internet – fällt mir verstärkt auf, wie hart der Wettbewerb der Hp-Schulen um Kundschaft geworden ist. Insbesondere werben die Schulen damit, dass sie Hp-Psych. ausbilden wollen.
Ich persönlich bin kein Freund dieser abgespeckten Ausbildung. Sie höhlt m.E. Das HPG aus, scheint aber im Moment der große Trend zu sein. Dass bei diesem harten Kampf um Schüler auch mit illegalen Mitteln gestritten und gegen das HPG verstoßen wurde, hatte ich in meiner letzten Kolumne bereits erwähnt. Weil ich nicht glauben wollte, dass ein Schulleiter Gesetze bricht, habe ich diesen Fall verfolgt. Die betreffende Person ist Hp, aber mit Dr. phil. aus Polen und nannte sich im Internet „Psychotherapeut“. Natürlich gab es weder Studium noch Examen. Das hat der Konkurrenz gar nicht gefallen. Es gab Anzeige und Strafverfahren, die mit einem hohen Bußgeld erledigt wurden. Derartige Vorfälle werfen kein gutes Licht auf unseren Berufsstand, der ohnehin um ein besseres Image in der Öffentlichkeit kämpfen muss.
Auch überrascht es mich immer wieder, wie versessen einige Hp auf einen Doktor-Titel sind. Haben Sie kein Selbstwertgefühl, dass sie sich mit fremden Federn schmücken müssen?! Wenn ich ein guter, erfolgreicher Hp bin, habe ich das doch nicht nötig!
Im Augenblick quält mich noch ein Thema, das ich lange nicht erwähnt habe: das Gutachterunwesen. Momentan häufen sich wieder die „Bösachten“ auf meinem Schreibtisch. Nach dem BGH-Urteil, das wir mit Dr. Lanz erstritten haben, dürfen sie nicht anonym sein. Raten Sie einmal, wer der Autor ist: unser lieber „Obergutachter“. Nachdem er als Vizepräsident im FDH nicht wieder gewählt wurde und in seiner Praxis nur noch stundenweise anwesend ist, hatte ich schon vermutet, dass er nun durch (Un-) Gutachten Geld verdienen muss. In diesen Elaboraten werden selbst KollegInnen niedergemacht, die jahrzehntelang erfolgreich ihre Praxis betreiben. Ihnen wird bescheinigt, dass sie nichts können, nur Symptome behandeln und Polypragmasie betreiben. Außerdem sind keine Spritzen nötig. Alles aber auch alles kann oral behandelt werden. Der Schlusssatz für die Versicherung lautet dann: Es wird empfohlen, diese Liquidation nicht zu bezahlen.
Ohne Gefälligkeit gibt es natürlich keine neuen Aufträge. Aber für den be- troffenen Therapeuten ist der Ärger vorprogrammiert. Sein Patient ist sauer, will nicht bezahlen oder kommt gar nicht wieder. Nur ein geringer Prozentsatz ist bereit, mit der Versicherung um die vertraglich vereinbarte Leistung zu klagen. Allerdings ist dies auch ein langer beschwerlicher Weg. Aber für uns arbeitet Deutschlands bester Versicherungs-RA Dr. Lanz. Bisher haben wir mit ihm alle Verfahren gewonnen.
Aus meiner Sicht ist es unseriös, wenn ein „Kollege“ sich finanziert, indem er die Kollegenschaft um den Lohn ihrer Arbeit bringt. Der Schaden, der hier ange- richtet wird, ist immens.
Ich habe durchaus nichts gegen Gutachten, aber sie müssen fair und neutral sein. Außerdem muss der Gutachter seine Qualifikation zum med. Fachgutachter nachweisen können. All das ist bei unserem werten „Obergutachter“ nicht der Fall. Er ist für uns alle ein Problem! Viele von uns wissen gar nicht, dass er sie „beurteilt“ hat. Leider wird er von der Präsidentenrunde der DDH gedeckt und geschützt. Wann endlich werden die Herren den Mut haben, ihn fallen zu lassen, ihm sein übles Handwerk zu legen? Das gilt natürlich auch für die uns bekannten anderen Gefälligkeitsgutachter, die man gewähren lässt.

Wenn Sie betroffen sind, liebe Leser, wehren Sie sich. Wir helfen Ihnen gern dabei. Bei uns finden Sie gegenüber der PKV den nötigen Beistand.