Meine Meinung

von Hp Wilfried Pieper

Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 5/2008

Liebe Mitglieder, in unserem Verband wurde am 11.04.08 mit der Zertifizierung nach Iso 9001 begonnen. Das erste QM-Seminar war voll belegt. Die Audits finden bereits im Juni statt, so dass wir schon in diesem Sommer die ersten Praxen mit Zertifikat haben werden. Das nächste QM-Seminar wird vom 20. bis 22.06.08 durchgeführt. Für Kurzentschlossene sind noch einige Plätze frei. Richten Sie bitte umgehend Ihre Anmeldung an unsere o.g. Geschäftsstelle. Die weiteren Seminare richten sich nach dem Interesse der Kollegenschaft und werden in dieser Zeitung pünktlich bekannt gegeben.

Wie ich bereits mehrfach dargelegt habe, dient die Zertifizierung nach Iso 9001 der Zukunftssicherung unserer Praxen. Sie garantiert den Qualitätsstandard, den man uns Hp mit dem Vorhalt, wird hätten keine geregelte Berufsausbildung ständig abzusprechen versucht. Die Überprüfung der zertifizierten Praxen zwecks Qualitätssicherung erfolgt dann jährlich. Da die Zertifizierung in allen anderen Medizinberufen im Gegensatz zur Heilpraktikerschaft zur Pflicht wird, wäre es nahezu sträflich, wenn wir uns ausgrenzen wollten.
Ganz abgesehen davon, wenn wir dazu irgendwann gezwungen werden, wird es teuer, und es besteht die Gefahr, dass Leistungsträger dann nur mit qualifizierten Praxen abrechnen werden. Verpassen Sie deshalb jetzt nicht die günstige Gelegenheit, die wir Ihnen bieten.
Auf unserer 14. Jahreshauptversammlung, die ebenfalls im April stattfand, wurde das Für und Wider der Zertifizierung heftig diskutiert. Sicherlich ist nicht jede Praxis dafür geeignet. Einige erfüllen einfach die Voraussetzungen nicht. Aber jede Vollzeitpraxis sollte das Zertifikat erwerben.

Den berufspolitischen Diskussionen hatten wir auf der JHV ohnehin viel Zeit eingeräumt. In deren Mittelpunkt stand auch das Referat des Kollegen Dr. Klaus (Amara-Schulen) über Verbandsstrukturen der Zukunft. Danach ist die jetzige Führung unserer Verbände überhaupt nicht mehr zeitgemäß. Mit einer Veilzahl zerstrittener Vereine versuchen wir unseren Berufsstand zu vertreten. Leider nur schlecht, statt recht!! Die Politik erwartet von uns Einigkeit und keine Einzel- kämpfer, die nur sporadisch in Erscheinung treten. Die Gesundheitsministerin Frau Schmidt hat unlängst erst auf die Untätigkeit der FDH-Präsidenten mit der Bemerkung reagiert: "Heilpraktikerschaft ist desinteressiert." Nur so geht es leider nicht! Wenn wir gesundheitspolitisch mitreden wollen, müssen wir uns öffentlich besser in Szene setzen, müssen Beitragsgelder für PR-Aktionen ver- wenden und nicht für Alimentierung unserer Spitzenfunktionäre. Die Großverbände benötigen auch keine Immobilien, aber ein besseres Image!
Dr. Klaus brachte den Gedanken, den Hp Liebau und ich immer wieder als zukunftsweisend vertreten hatten, ins Gespräch, einen Hp-Rat zu bilden, wenn es uns schon nicht möglich ist, eine Hp-Kammer einzurichten. Allerdings gibt es eine riesige Hemmschwelle: alle Verbände wären überflüssig, alle jetzigen Spitzenfunktionäre würden brotlos!
Sicherlich können Sie sich denken, welcher Widerstand sich da aufbaut! Stellen Sie sich einmal vor, die Dame und Herren Präsidenten müssten wieder wie Sie und ich ihre Brötchen in der Praxis verdienen!
Welche Vorteile brächte uns nun ein Hp-Rat?
Zunächst einmal würden wir in der Gesundheitspolitik mit einer Stimme sprechen. Wir würden als geeinigter Berufsstand wahrgenommen.
Ein von der Basis gewählter Präsident - Voraussetzung Hp - vertritt uns in der Öffentlichkeit. Ein qualifiziertes Management stellt die Verwaltung. Hier sind keine Hp, sondern Fachleute wie Steuer- und Finanzberater, RAe und Betriebswirte gefragt. Ebenso sollten wir die Aus- und Fortbildung in die Hände qualifizierter Pädagogen geben.
Unser Image würde sich schlagartig positiv verändern.
Man könnte diesen Gedanken, über den wir lebhaft diskutiert haben, hier noch weiter ausmalen. Aber das wären zunächst nur Illusionen, die momentan nicht zu verwirklichen sind. Deshalb haben wir erst einmal auf der JHV beschlossen, einen Arbeitskreis für Reformen im Berufsstand zu gründen. Dieser Gemeinschaft kann jede(r) KollegInnen beitreten, die (der) mit der momentanen Repräsentanz unseres Berufsstandes nicht einverstanden ist. Ihre Mitarbeit ist kostenlos. Es wird lediglich Engagement und Idealismus erwartet. Ich selbst wünsche mir vor allem, dass die jüngere Generation mit Elan mehr Verantwortung übernimmt und uns Alten in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.