Meine Meinung

von Hp Wilfried Pieper

Veröffentlicht im "Natur-Heilkunde Journal" Nr. 8/2008

Liebe Mitglieder,

einer der Besten (Funktionäre) der "Guten" (Hp) hatte unsere 1. Vorsitzende und mich als Ehrengäste zum "Kongreß des Südens" nach München eingeladen. Die Veranstaltung im ICM München-Riem war gut frequentiert, ca. 2.000 Besucher und 143 Aussteller. Damit war der wirtschaftliche Erfolg durch Mieteinnahmen und durchschnittliche Eintrittspreise von € 12,-- mit hoher Wahrscheinlichkeit gesichert. Sehr schön für die beiden Verbände BDHN und FH, die diese Veranstaltung ausgerichtet hatten.

Daß die Besucher zu 80 % weiblich sind, gehört mittlerweile zu jedem Hp-Tag. Aber auch die oberste Funktionärselite war ziemlich komplett vertreten. Mich "Bösewicht", den unser "urdemokratischer" oberster Präsident und Golfcaptain möglicherweise für einen unerwünschten "Querdenker" hält, hat in dem Besuchergetümmel - gottlob - niemand wahrgenommen. Auch der Funktionär, der uns so frisch und fröhlich eingeladen hatte, fand keine Zeit für uns. Vielleicht waren ihm inzwischen Bedenken gekommen, und er möchte sich mit uns weder zeigen oder gar noch unterhalten. Dabei gibt es doch in der Berufspolitik so viele Probleme, über die man gemeinsam diskutieren sollte. Aber eines wurde mir bei unserem Besuch immerhin klar, über das Thema "qualifiziertes Praxismanagement" wollte von den Veranstaltern niemand reden. Auch in den Vorträgen - z.B. bei Hp Siewertsen wurde dagegen polemisiert. Also für uns außer Spesen nichts gewesen! Schade!

Da ich selbst noch schaffender Rentner bin, fiel mir auf, dass inzwischen auch Die gesamte Führungselite in die Jahre gekommen ist. Wo bleibt der Nachwuchs? Wer bestimmt die Zukunft unseres Berufsstandes?

Ich sah u.a. unseren "Obergutachter", den die DDH immer wieder als "Experten für Gebühren und Versicherungsfragen" ausloben. Ebenfalls in die Jahre gekommen und scheinbar gesundheitlich angeschlagen war er doch tapfer vor Ort gegen Tagegeld und Spesen. Eigentlich sollte man ihm jetzt den Ruhestand gönnen. Den Kollegen an der Basis, die er über 20 Jahre lang mit seinen "Bösachten" um den Lohn ihrer Arbeit gebracht hat, wäre das zu wünschen. Es hat mich Immer wieder verblüfft, wie er dem Berufsstand Wein gepredigt und den Behandlern sauren Essig serviert hat. In seinem letzten Elaborat, das mir vorlag, bescheinigt er einem erfahrenen hessischen Kollegen, der jahrzehntelang erfolgreich seine Praxis betreibt, dass dieser keine Ahnung hat, die medizinische Notwendigkeit einer Therapie nicht besteht und ein künftiges Behandlungskonzept nach des "Obergut-achters" Vorgaben zu ändern sei. Außerdem seien Injektionen absolut nicht notwendig. Oraltherapeutika werden dringend empfohlen. Zudem erkennt er am Schreibtisch ungezielte manuelle Verfahren, die unnötig sind. Diese Beurteilung für ein Ehepaar war bei beiden gleich. Natürlich war dieses Geschreibsel unzulässigerweise anonym, obwohl er als "Obergutachter" wissen müsste, dass wir bereits vor Jahren am BGH (Az. IV ZR 418/02) ein Urteil erreicht haben, das die volle Anschrift und seine Qualifikation verlangt. Aber bei allen mir bekannten Hp-Gutachtern" stellt sich immer wieder die Frage: welche Qualifizierung zum Medizinischen Fachgutachter haben sie?

So habe ich auch in diesem Fall meinem Kollegen und seinen Patienten geraten, um die Erstattung zu klagen. Inzwischen liegt mir aus diesem Prozeß das Gerichtsgutachten vor. Autor: Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheil- verfahren, Präsident der internationalen Gesellschaft für Homöopathie und Homotoxikologie. Fazit der Beurteilung: "Zusammenfassend kann dem behandelnden Hp bescheinigt werden, dass er in den vorliegenden Krankheiten bei beiden Patienten umsichtig, kompetent und verantwortungsbewusst ge- handelt hat. Sowohl bei den Therapieverfahren, wie auch bei den ausgewählten Heilmitteln handelt es sich um etablierte Methoden und Präparate der Naturheilkunde. … die Versicherung ist in den vorliegenden Fällen zur Er- Stattung verpflichtet."

Es ist doch blamabel für unseren Berufsstand, dass erst ein Arzt bescheinigen muß, dass wir Hp gut arbeiten.

Deshalb fordere ich immer wieder, das Gutachterunwesen endlich aus der Welt zu schaffen. Bereits 1996 habe ich mehrfach den "guten" FDH-Präsidenten inständig gebeten, hier etwas zu unternehmen, weil es in seiner Macht liegt. Leider vergeblich! Folglich denke ich über "gut" und "böse" etwas anders als er!