Meine Meinung


Liebe Mitglieder, 

bevor die Gesundheitspolitiker aller Parteien in Urlaub gegangen sind, haben sie schnell noch ein Thema für das „Sommerloch“ gefunden. Es ist diesmal die Homöopathie. Wie immer sind die Meinungen darüber höchst unterschiedlich. In der Politik scheint man ohnehin nie einer Meinung zu sein, wie man momentan gerade gut beobachten kann. Besonders laut dagegen tönte der Gesundheitsbesserwisser der SPD Prof. Lauterbach. Er forderte vehement, dass gesetzliche Krankenkassen keine Homöopathie erstatten dürfen. Irgendetwas muss er verpasst haben. Denn seit der letzten Gesundheitsreform der Ex-Ministerin Schmidt werden von der GKV rezeptfreie Medikamente nicht mehr bezahlt. Wenn Kassen heute die Erstattung der Homöopathie anbieten, ist damit ein Sondertarif verbunden, der die Allgemeinheit der Versicherten nicht belastet. Die Anti-Homöopathie-Kampagne läuft quer durch alle Medien bis hinein in die Regionalzeitungen. In der Ärzteschaft finden sich engagierte Befür- worter, sowie verbissene Gegner. Von der Heilpraktikerschaft hört und sieht man in diesem Mediengetümmel nichts. Kein Spitzenfunktionär, kein klassischer Homöopath meldet sich zu Wort. Von den Medien war aber unser Berufsstand auch gar nicht gefragt. Wir wurden überhaupt nicht angesprochen ! Doch dieses Defizit liegt bei uns. Wir haben einfach eine schlechte PR ! Man nimmt uns einfach nicht wahr. Unser Gesamtbild in der Öffentlichkeit ist zu dürftig. Wenn ich immer wieder gefordert habe, alle Verbände sollten einen kleinen Prozentsatz ihres Beitragsaufkommens für PR-Arbeit ausgeben, bin ich damit auf taube Ohren gestoßen. Sofern es schon die Funktionäre nicht wollen, sollten jedoch die Beitragszahler, um deren Wohl es letztlich geht, darauf bestehen. Immerhin sind wir alle gute Demokraten und können das auch in unseren Verbänden ausleben. Es bleibt auch allen Kolleg/Innen unbenommen, einmal selbst in der Tageszeitung zur Information unserer Patienten einen verständlichen Artikel über Dr. Hahnemann und seine Lehre zu schreiben, der Ähnliches durch Ähnliches heilen will. Wie wir alle wissen, war Friedrich Samuel Hahnemann Arzt, Schriftsteller und Übersetzer, der mit den medizinischen Zuständen seiner Zeit nicht einver- standen war und deshalb nach Reformen strebte. Der damals übliche Aderlass genügte ihm nicht. Er ging vielmehr davon aus, dass alle Krankheiten vor allem geistige, seelische Ursachen hatten und gilt somit als Begründer der Homöopathie, die zu seinen Lebzeiten schon – und bis jetzt – angefeindet wurde. Es ist ja auch so leicht, wenn man das System der Potenzierung nicht begreift, alles als Placebo abzutun und zu behaupten, dass nur der Glaube daran hilft. Wenn ich meine Hunde nach dem Lehrbuch von Dr. med. vet. Wolff homöopathisch behandelt habe, hatte ich stets Erfolg. Aber sicherlich nicht, weil es eine Placebo- Therapie war, an die die Tiere geglaubt haben. ... 2 - Blicken wir von der „Großbaustelle Gesundheit“ mal wieder auf unseren Berufsstand, dann zeigt sich uns ein Führungswechsel im FDH. Nach 14 Jahren Vorsitz ist Hp Zizmann in den verdienten und wohldotierten Ruhestand gegangen. Für ihn tritt nun Hp Christian Wilms an, dem wir eine glücklichere Hand für die Berufspolitik wünschen. Er vertritt den größten Hp-Verband und ist in den DDH, sofern es diese geschrumpfte GbR noch gibt, der Primus inter pares und damit der mächtigste Funktionär in unserem Berufsstand. Wünschen wir ihm und hoffen, dass er seine Machtposition richtig nutzt und die vielen Probleme, mit denen wir täglich kon- frontiert werden, wirksam angeht. Dazu zählt auch, dass endlich das Gutachter- unwesen in unserem Berufsstand beseitigt wird. Wie bereits bemerkt, ist eine positive Öffentlichkeitsarbeit (PR) dringend erforderlich. Ebenso muss der ständigen Aushöhlung des HPG entgegengewirkt werden. Ein engerer Zusammenschluss mit der biologischen Pharmaindustrie ist nötig. Eine weitere Baustelle ist die Hp-Ausbildung, die uns immer wieder als Schwachstelle vorgehalten wird. Inzwischen streben andere Heilberufe mit einer Fachhochschule in Bochum bereits ein Studium mit Bachelor- und Masterabschluss an, beginnend in diesem Herbst. Nur wir Hp hinken wieder hinterher ! Dabei hat die EFN dieses Studienkonzept auch für Hp entwickelt. Nur müsste es vom ganzen Berufsstand getragen und in die Tat umgesetzt werden. Und das möglichst rasch ! Vor dem neuen Spitzenfunktionär liegen große Aufgaben. Wünschen wir ihm viel Erfolg ! Möge mit dem Wechsel auch ein Wandel verbunden sein !